Intelligente Raumerfassung: magicplan AI 1.0

Intelligente Raumerfassung: magicplan AI 1.0

In den vergangenen Jahren hat sich magicplan zu einer der beliebtesten und meistgenutzten Augmented-Reality-Apps der Welt entwickelt. Jetzt geht das Team den nächsten Schritt und macht für die Aufmaß-App künstliche Intelligenz nutzbar. Die Raumerfassung wird so für den Nutzer detailgetreuer und noch einfacher. Die Erfassung kompletter, dreidimensionaler Räume rückt in greifbare Nähe.

Eine App lernt zu denken

Es war schon immer das ausgemachte Ziel von magicplan, die Erfassung von Bestandsgebäuden so einfach, schnell und intuitiv wie möglich zu gestalten. Mit der Grundrisserstellung ist das bereits gelungen: Nutzer zielen einfach mit der Kamera ihres Tablets oder Smartphones in die Ecken eines Raumes und magicplan erstellt in Echtzeit den Grundriss des Raumes. Die einzelnen Räume lassen sich dann wie ein Puzzle zu einem Gebäude zusammensetzen.

Doch darauf möchte man sich nicht ausruhen. Im kanadischen magicplan-Büro in Montreal forscht seit mittlerweile zwei Jahren ein IT-Entwickler-Team um Pierre Pontevia an künstlicher Intelligenz. Und das mit großem Erfolg. Doch was ist eigentlich künstliche Intelligenz? Im Englischen Artificial Intelligence (AI) genannt, bezeichnet künstliche Intelligenz (KI) ein Teilgebiet der Informatik, das es einem Computer ermöglicht, Aufgaben zu lösen, die eine „Intelligenzleistung“ erfordern. Es wird versucht, Entscheidungsstrukturen eines Menschen nachzubilden. In den letzten Jahren wurden hier in der Forschung entscheidende Fortschritte erzielt.

Künstliche Intelligenz – bei magicplan auch auf Tablet oder Smartphone

Um eine künstliche Intelligenz zum Leben zu erwecken, bedarf es rechen- und leistungsstarke Hochleistungscomputer. Es galt lange als undenkbar auch auf ungleich leistungsschwächeren mobilen Endgeräten damit zu arbeiten. Heute ist das aber schon die Realität. Insbesondere dank Apples CoreML Technologie kann Künstliche Intelligenz auch auf mobilen Apple-Geräten integriert werden. Das magicplan-Team hat diese Weiterentwicklung sogleich für die eigene Anwendung genutzt.

Training macht den Meister

So wie ein menschliches Gehirn durch die Erfahrungen des täglichen Lebens lernt und in seinem Handeln immer entscheidungssicherer wird, muss auch künstliche Intelligenz trainiert werden. Für die Grundriss-App bedeutet das: Je mehr Bilder technologisch verarbeitet werden, desto besser kann via künstlicher Intelligenz erkannt werden, was genau auf ihnen zu sehen ist – automatische Schlussfolgerungen werden möglich. Die Forscher füttern die KI dafür manuell und automatisiert mit Bildern unterschiedlicher Innenräume. Trainiert wird mit öffentlich zugänglichen Daten (Bildern), aber auch mit Fotos, die über magicplan selbst generiert werden. Mit der Einwilligung der Nutzer trainiert die App so mit den zahlreichen Fotos, die bei der Erstellung von Grundrissen hochgeladen werden.

Das Entwicklerteam hat sich dabei vorerst auf die automatische Erkennung von Fenstern und Türen konzentriert. Denn selbst das Erkennen einzelner Elemente (Klassen) bedeutet bereits die Verarbeitung einer enormen Datenmenge. Und was soll man sagen: Das Training hat sich gelohnt.

Automatische Erkennung von Fenstern und Türen

Mit magicplan AI 1.0 erstellen Nutzer ihren Grundriss wie gewohnt und zielen mit der Kamera von Tablet oder Smartphone in die Ecken eines Raumes. magicplan erkennt dabei zukünftig automatisch alle Fenster und Türen im Raum. Die Maße der Öffnungen werden erfasst und der Nutzer muss nur noch auswählen, um welches Modell es sich handelt. Das manuelle Wählen ist zugleich weiteres Training, denn die Klassenerkennung wird so weiter automatisiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Grundrisse werden mitsamt aller Öffnungen noch schneller und genauer erfasst. Eine manuelle Nachbearbeitung entfällt, der Vorgang wird einfacher und schneller, die Informationen sind vollständiger. magicplan baut damit seinen Technologie-Spitzenplatz bei der Grundrisserstellung noch weiter aus.

Der Anfang ist gemacht

magicplan AI 1.0 – die automatische Erfassung von Fenstern und Türen ist bei magicplan nur der Anfang. Bald werden weitere Elemente eines Raumes wie Steckdosen bei der Grundrisserstellung berücksichtigt. Ziel ist es, gesamte Räume samt Ausstattung dreidimensional zu erfassen und abzubilden. Oder technischer gesprochen: Alle Daten eines Raumes werden mithilfe künstlicher Intelligenz aufgenommen, erkannt und systematisiert – automatisiert an Ort und Stelle. Damit schafft magicplan die Basis dafür, Bestandsgebäude komplett als interpretierbare Daten dazustellen.

Es ist davon auszugehen, dass Milliarden von Nutzern zukünftig via Smartphone Innenräume kartieren werden. So wie Google Maps unendlich viele Datensätze von Städten und Ländern zur Verfügung stehen, wird magicplan auf einen immensen Datensatz von Gebäuden zurückgreifen können. Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Daten – Aufmaß, Inneneinrichtung oder Smart Homes – sind grenzenlos.

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