Arbeiten mit Stil

B&O Wohnungswirtschaft GmbH Chemnitz

Arbeiten mit Stil

Wer nach Chemnitz reist und sich für Architektur interessiert, sollte nicht nur auf den Kaßberg, wo ihn eines der am besten erhaltenen Jugendstilquartiere zwischen Prag und Brüssel erwartet, sondern auch auf den Sonnenberg gehen. Das ehemalige Arbeiterviertel ist wegen seiner Industrie- und Gründerzeitenbauten inzwischen ein Geheimtipp. Die B&O Wohnungswirtschaft Chemnitz hat eine historische Strumpffabrik behutsam und edel saniert – und ein cooles Arbeitsambiente für ihre Mitarbeiter geschaffen.

Knapp 70 Kilometer südwestlich von Dresden am Rande des Erzgebirges gelegen, ist Chemnitz mit knapp 250.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Sachsens. Im 19. Jahrhundert entstanden im Zuge der Industrialisierung viele Fabrikgebäude als eindrucksvolle Bauwerke. Anfang des 20. Jahrhunderts mündete der Bauboom der Industrialisierung in die Architektur des Bauhausstils, teilweise mit Übergängen vom Historismus oder Jugendstil. Der Fabrikbau wurde durch den Einsatz neuer Materialien wie Stahl, Glas und Beton zu einem wichtigen Impulsgeber für die moderne Architektur. Die These „Funktion bestimmt die Form“ war dabei das Leitbild.

Sonnenberg: Das kommende Viertel von Chemnitz

Am schlimmsten traf der Bevölkerungsrückgang das Altbauquartier am Sonnenberg. Die Mietshäuser an den planmäßig schachbrettartig angelegten Straßen, verfielen. Dabei weist die Lage mit seinen Gründerzeithäusern die gleiche Architektur wie der Kaßberg auf. Auch die Stadtverwaltung geht mittlerweile von einem zukünftig aufstrebenden Viertel aus. Jochen Töpfer, Gründer und Gesellschafter von B&O, mochte das Viertel von Anfang an. „Die Entscheidung für den Sonnenberg als Standort wurde ganz bewusst getroffen, da die Lage des Objektes innenstadtnah und verkehrsgünstig ist und außerdem im Innenhof ein Parkhaus mit 240 Stellplätzen zur Verfügung steht“, so Töpfer.

Loft-Arbeitsplätze mit Meer- und Dschungelblick

Das Bauprojekt wurde in drei Abschnitten realisiert. Der erste Schritt war die Entkernung und Sanierung von vier Etagen im Eckhaus an der Uhlandstraße und des Hofes. Es folgte der Austausch der Fenster, die Dachsanierung und die Errichtung eines neuen Treppenhauses mit Aufzug, wobei man so nah wie möglich an den ursprünglichen Gegebenheiten blieb. Denn so lässt sich die rohe Ziegelwand und die Decke aus gläsernen Vierecken gebührend bewundern, wenn – wie weichgezeichnet – sanftes Tageslicht die grüne Wand ins rechte Licht rückt.

B&O war eine der Ersten, die das Potenzial erkannten und investierten

Heute sind 60 hochmoderne Arbeitsplätze auf 3 Etagen entstanden. Jede Etage wurde nach einem bestimmten Motto wie zum Beispiel „Meer“ oder „Dschungel“ gestaltet. Wichtig war Töpfer, dass der ursprüngliche Fabrik-Charakter erhalten bleibt.

Und so wurden Klinkerwände, Stahlstützen und Stahlträger einfach ins Konzept eingebaut. Im Dachgeschoß befindet sich noch ein multifunktionaler Tagungsraum mit Showküche für Firmenevents. Im Gebäudeteil an der Fürstenstraße hat WohnXperium e.V. im Erdgeschoss Einzug gehalten. Der dem Verband Sächsischer Wohnungsunternehmen angegliederte Verein bietet innovative Lösungen für barrierefreies und assistiertes Wohnen, B&O lieferte dafür die Bäder. Am 22. August zogen die ersten Mitarbeiter ein. Doch entlang der Uhlandstraße hämmert es noch ein bisschen: Ein Gerüst steht im Treppenhaus um die begrünte Wand, die vom Erdgeschoss bis unters Dach reicht, noch mehr hervorzuheben. Es geht nur noch um den Feinschliff. Unfertiges wird fertig gemacht, doch viel Fertiges ist bereits zum Bewundern da. Die feierliche Eröffnung wird im Frühjahr 2020 erfolgen.

Als Lösung gegen hohen Leerstand: Abriss

Auch 30 Jahre nach dem Ende der DDR muss sich die Stadt noch um ein beachtliches Portfolio von Immobilien in unterschiedlichen Stadien des Verfalls kümmern. Etliche davon stehen im Sonnenberg-Viertel. Doch was macht die Stadt mit Gebäuden, wenn der Leerstand hoch ist und der Gebäudezustand schlecht? Leerstehende Gründerzeithäuser wurden vor einigen Jahren noch kurzerhand abgerissen. Nach der Wende zählte das einstige „sächsische Manchester“ zu den Städten im Osten mit den größten Einwohnerabflüssen.

 

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