Mitarbeiter im Portrait – Vanessa Sedlmeier

Mitarbeiter im Portrait – Vanessa Sedlmeier


Es ist Mitte Mai im beschaulichen Mietraching, Stadtteil von Bad Aibling, aktuell herrschen Temperaturen von 8 Grad. Gegen 19 Uhr treffen wir uns mit unserer Kollegin Vanessa Sedlmeier.

Wir hatten von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der DLRG Ortsverband Bad Aibling, kurz für Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., erfahren und fanden ihr Engagement superspannend und so kam das spontane Treffen zustande.

Die Staffel gehört zum größten Ortsverband im Bezirk Alpenland und zählt inzwischen über 600 Mitglieder. Vanessa Sedlmeier, Werkstudentin in der Personalbetreuung bei B&O seit März 2018, hat sich vor etwa einem Jahr der Rettungshundestaffel des Vereins, die seit Januar 2015 besteht, angeschlossen. Merlin, ihr aufgeschlossener Golden Retriever, war damals erst acht Wochen alt, als Vanessa den Entschluss fasste den Hund als Mantrailer (Personenspürhund) auszubilden. Grund dafür war sein großer Arbeitswille, der Aktivismus täglich etwas zu unternehmen. Nach einem Jahr des privaten Trainings im Mantrailing, kamen die beiden vor einem Jahr auf die DLRG, um dem Tier eine professionelle Ausbildung zu ermöglichen.

Die Rettungshundestaffel der DLRG konzentriert sich auf vermisste Personen.

Bei der DLRG OV Bad Aibling setzen sich 21 Personen bei der Rettungshundestaffel ein. Die 25 Hunde befinden sich alle in Privatbesitz und trainieren mehrmals die Woche in vier verschiedenen Einsatzbereichen. Die Hunde suchen nach menschlicher Witterung und ermöglichen ein schnelles Aufspüren der Betroffenen.

Personensuchhunde zum Beispiel erhalten zu Beginn einen beliebigen Geruchsartikel der vermissten Person, wie eine Zahnbürste, Brille oder Socke und folgen diesem Geruch mit ihrer feinen Nase. Das Mantrailing funktioniert sogar, wenn die gesuchte Person nur kurz eine Autotür oder einen Baumstamm berührte. Auch nach Stunden oder Tagen kann der Vierbeiner bei allmöglich vorkommenden Wetterbedingungen, Klimaverhältnissen und Bodenbeschaffenheiten die Spur aufnehmen. Das Training mit Hund Anni, einer Schwarzwildbracke, war erfolgreich – nachdem sie kurz an meiner Mütze schnüffelte, konnte sie mich auch nach circa drei Kilometern auffinden.

Die meisten Hunde werden in der Fläche ausgebildet. Im Flächensucheinsatz werden die Waldgebiete in ca. 30 000 qm – 50 000 qm große Suchgebiete eingeteilt. Jedem Rettungshundeteam mit Helfer wird dann eine dieser Flächen zur Absuche zugewiesen. Im Vergleich zum Mantrailing spüren Flächensuchhunde Menschen allgemein auf, ohne mit einem persönlichen Gegenstand in Berührung zu kommen. Sie laufen frei und zeigen bei Fund mit der erlernten Anzeigeart an. Entweder bellt der Rettungshund so lange bei der gefundenen Person, bis sein Hundeführer bei ihm ist oder er hat ein sogenanntes Bringsel um den Hals, dass der Hund an der gefundenen Person aufnimmt und zu seinem Hundeführer zurückläuft und diesen dann zu der Person bringt. Beim Freiverweisen zeigt der Hund beim Hundeführer ein spezielles Verhalten und führt diesen durch pendeln oder an der Leine zur gefundenen Person.

Im Training versteckte sich mein Kollege hinter einem verwinkelten Haus und wurde nach kurzer Zeit erfolgreich gefunden. Durch unüberhörbares Bellen konnte ihn die Rettungshundeführerin zeitnah auffinden. Die Spezialisierung der Trümmersuchhunde bildete sich durch Zufall zum Ende des Zweiten Weltkriegs heraus, als Hunde vermehrt Personen unter den Trümmern zerbombter Häuser aufspürten.

Die Herausforderung für die Vierbeiner liegt hierbei in der vorsichtigen Begehung des Trümmerkegels bis sie menschlichen Geruch wahrnehmen. Durch bellen scharren wird der Fund angezeigt.

Nicht weniger komplex erfolgt die Wasserortung: Rettungshunde werden auf menschlichen Geruch sowie Leichengeruch konditioniert und unterstützen Einsatztaucher, indem sie Gerüche auf dem Wasser wahrnehmen, die aufgrund der vermissten Person aufsteigen. Die Herausforderung für die Vierbeiner liegt im Zusammenspiel der physikalischen Umweltbedingungen wie Wind, Strömung und Temperatur. Bis zu 38m Wassertiefe waren Hunde bereits in der Lage Gerüche vermisster Personen zu wittern.

Menschen werden aus verschiedenen Gründen vermisst. Sie verirren sich, sind verwirrt oder in suizidaler Absicht abgängig. Häufig befinden sie sich in weitläufigen, unwegsamen Geländen, die mittels Wärmebild und Helikopter nicht abgesucht werden können. Die DLRG Bad Aibling wurde im vergangenen Jahr zu 22 Vermisstensuchen alarmiert, in 2019 bisher zu 9.

Nicht jeder ist für die Rettungsstaffel geeignet, da die Arbeit mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist.

Die Ausbildung eines Rettungshundes dauert ca. 2-3 Jahre. Die Hunde sollen gesund, lernfreudig, leistungsfähig und Wesensfest sein.
1-2x pro Woche wird pro Sparte mehrere Stunden trainiert und auch die Hundeführer müssen vieles lernen. Es muss zu Tages- und Nachtzeiten in immer wieder abwechselnden Geländen geübt werden. Neben einer fundierten Sanitätsausbildung und einem Erste-Hilfe-Kurs für Hunde müssen Kenntnisse über Orientierung, Funk, Kynologie, UVV und Einsatztaktik erworben werden. Zum Abschluss der Ausbildung wird eine Prüfung abgelegt, welche alle zwei Jahre wiederholt werden muss. Erst nach Bestehen der Prüfung darf das Team eingesetzt werden. Der Hundeführer darf nach seiner Grundausbildung als Helfer in Einsätzen seine Erfahrungen sammeln.

Wie kann man die DLRG unterstützen?

Die DLRG sucht derzeit vor allem Personen mit Hunden, die für die Fläche ausgebildet werden können oder bereits eine Ausbildung absolviert haben und sich langfristig in der Rettung engagieren möchten.

Wenn man nicht gerade einen Hund hat oder der Vierbeiner nicht die formalen Anforderungen erfüllt, freut sich der DLRG stets über Helfer oder Versteckpersonen.

Hierfür kann Staffelleiterin Otti Schenk kontaktiert werden (Tel.: 0171 3204093 / E-Mail: otti.schenk@bad-aibling.dlrg.de)

Auch eine Geldspende ist bei dem Verein gern gesehen. Die 25 Hunde befinden sich in Privatbesitz. Für alle anfallenden Kosten wie Futter, Tierarztrechnungen oder Ausbildung kommen die Hundehalter selbst auf.

DLRG OV Bad Aibling e.V.
Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling
IBAN: DE16 7115 0000 0020 1408 02
BIC: BYLADEM1ROS

Informationen zu aktuellen Einsätzen sind auf der Website nachlesbar:

https://bad-aibling.dlrg.de/ueber-uns/news/

 

 

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