Leise unterwegs auf Berlins Straßen

Leise unterwegs auf Berlins Straßen

Das Thema Diesel-Fahrverbote betrifft inzwischen immer mehr Großstädte. In knapp 70 deutschen Städten sind die Stickoxidwerte zu hoch, am stärksten in München, Stuttgart und Köln. Schuld sind nach Angaben des Umweltamts vor allem Diesel-Fahrzeuge. Sie sollen für 72,5 Prozent der Stickoxidbelastung durch den Straßenverkehr verantwortlich sein.

Vorausschauendes Pilotprojekt

Ein Problem für Städte und Kommunen, denn sie haben viele Dieselfahrzeuge im Betrieb für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und die Müllabfuhr. Auch Handwerksunternehmen wie B&O, die über 600.000 Wohnungen in vielen Städten in Deutschland betreuen, trifft dieses Thema. Um frühzeitig praxistaugliche Lösungen für diese Problematik zu finden, startet B&O nun am Standort Berlin einen Pilot-Versuch und nimmt den Mercedes-Benz eVito Kastenwagen in die Fuhrparkflotte auf. Ziel ist es, zu prüfen, ob der Umstieg auf Elektro-Transporter mittelfristig eine praktikable und wirtschaftliche Option für das Unternehmen darstellen. Derzeit besteht die B&O Flotte aus über 1.100 Fahrzeugen.

Die zunehmenden Diesel-Fahrverbote, die nach wie vor ungeklärte Garantiefrage für Nachrüstsysteme und vor allem die Nachhaltigkeitsaspekte, die in der Firmenphilosophie eine zentrale Rolle spielen, waren ausschlaggebende Gründe trotz aktuell noch hoher Kosten die E-Transporter als Alternative zum traditionellen Handwerkstransporter mit Verbrennungsmotor zu prüfen.

Elektro-Transporter: Im Kauf noch teurer, im Betrieb effizienter und kostengünstiger

Mercedes startete die „Elektrifizierung“ für Nutzfahrzeuge nach der Internationalen Automobil-Ausstellung 2018 mit dem e-Vito. Die Transporter produzieren keine Schadstoffe im Betrieb. Auch vom Wirkungsgrad sollen sie den Verbrennungsmotoren überlegen sein. Während diese oft nur maximal die Hälfte der Kraftstoff-Energie verwerten können, kommt die umweltfreundliche Alternative auf einen Wert von 80 bis 100 Prozent. Sie sollen zudem auch wartungs- und reparaturärmer sein.

Mercedes-Benz verspricht eine Reichweite von 150 – 184 km (abhängig von der Fahrzeugkonfiguration), die für den innerstädtischen Handwerker-Alltag ausreichend ist. Das „Tanken“ ist einfach: Das Hochvoltbatterie-System verfügt über eine Ladeleistung von 7,4 kW und kann in etwa sechs Stunden von null auf 100% an einer Wallbox oder Ladestation aufgeladen werden (abhängig von Ladeinfrastruktur).

B&O will das nun für sich in der Praxisanwendung testen.