Porträt einer Frau ohne Furcht

Andreas Böhm: Brigitte Dworak & die Digitalisierung

Porträt einer Frau ohne Furcht

Wenn es nach Brigitte Dworak gehen würde, hätte bereits jeder Mieter und Handwerker die digitalen Tools, die B&O bietet, im Einsatz. Klingt ambitioniert, schaut man aber nur ein wenig in die Zukunft wird schnell klar, dass sie sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt hat und die Grundlagen dafür gelegt hat, wo sich B&O jetzt befindet. Inzwischen erkennen alle, dass ohne Konzentration auf die Digitalisierung kein Unternehmen überlebensfähig sein wird. Brigitte sah das schon ganz zu Beginn in 2003, vier Jahre vor dem ersten iPhone, und trieb deshalb neben der Prozessoptimierung das Thema Digitalisierung bei B&O voran.

v.l.: Stefan Lohwasser, Andreas Böhm, Brigitte Dworak, Jochen Töpfer, Josef Poxleitner

Obwohl sie Traditionen sehr schätzt, hielt es Brigitte von Anfang an für richtig, neue Wege zu suchen. Auf die Frage, ob es nicht einfacher sei, sich mit Themen wie Künstlicher Intelligenz, Virtual Reality und modernen GPS Systemen weniger auseinanderzusetzen, damit die Mitarbeiter nicht verunsichert würden, antwortete sie immer:

„Ich sehe das anders: Das kritische Nachfragen unserer Mitarbeiter hilft uns, besser und effizienter zu werden. Wir müssen am Ball bleiben.“ Und sie hat recht. Während die Unternehmen in Amerika und Kanada, wo wir eine Tochterfirma haben, Innovationen in der Digitalisierung schon sehr früh positiv gegenüber aufgestellt waren, gab es in Deutschland lange eine Skepsis.

Ein bisschen angestaubt sei Deutschland mit seiner „Old Economy“ und „rückwärtsgewandt“, habe ich mir in Montreal und den USA öfter anhören müssen. Daher fand ich es gut, dass die Bewegung bei B&O schon frühzeitig in eine andere Richtung lief. Brigitte fehlte nie der Mut große Themen anzugehen und disruptiv zu denken. Diesen Mut bewundere ich sehr!

Was kommt nun?

B&O hatte immer und braucht auch weiterhin eine starke Führung und genügend Bodenständigkeit. Dank beider Faktoren ist das Unternehmen stark und solide gewachsen. Brigitte Dworak sorgte durch vorausschauende Verträge und eine lange Übergangsfrist dafür vor, dass B&O auch nach ihrem Ausscheiden in der Spur und im ruhigen Fahrwasser bleibt. Ihre Bereiche teile ich mir als Technik-Vorstand mit meinen Vorstandskollegen Rabih Kanaan für das operative Geschäft und Stefan Lohwasser, der die Bereiche Finanzen und Marketing / Vertrieb verantwortet.

„Es ist beeindruckend, was sie auf die Beine gestellt hat. Von Frauen in Führungspositionen erwartet man ja immer noch, dass sie besser sein müssen und geschickt im Umgang mit Menschen.“

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