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HOWOGE wird mit dem Bundespreis „Umwelt und Bauen“ ausgezeichnet

08.10.2020, 16:10 Uhr | Gina

B&O baut klimaneutrales Wohnquartier in Berlin

Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH wurde mit dem ersten Bundespreis “UMWELT & BAUEN – für nachhaltige Gebäude, Quartiere und ökologische Innovationen” für ein klimaneutrales Wohnquartier in Berlin Lichtenberg ausgezeichnet, dessen Bau von der B&O Bau und Gebäudetechnik GmbH ausgeführt wurde. Die landeseigene Gesellschaft aus Berlin ist langjähriger Kunde von B&O und erhielt den Preis in der Kategorie “Wohngebäude” für ein klimaneutrales Wohnquartier mit 99 Wohnungen in der Sewanstraße im Bezirk Lichtenberg. “Das Projekt ist vorbildlich, da es sich nicht auf einzelne Aspekte beschränkt, sondern gesamtheitlich aktuelle Nachhaltigkeitsanforderungen umsetzt und zeigt, dass gleichzeitig die Auswirkungen auf den Mietpreis minimiert werden konnten und somit auch soziale Aspekte berücksichtigt”, heißt es in der Jurybegründung. Die beiden 8-geschossigen Punkthäuser böten zudem aufgrund der Mietpreisgestaltung für breite Schichten der Bevölkerung einen bezahlbaren Wohnraum in einem energetisch hocheffizienten und nachhaltigen Gebäude zu sozial verträglichen Mieten.

Klimaneutralität durch nachhaltiges Gesamtkonzept

Für das rund 5.400 Quadratmeter große Areal wurde B&O als Generalunternehmer mit der Bauausführung eines Wohnquartier beauftragt, das die Klimaschutzziele der Bundesregierung bereits heute übererfüllt und gleichzeitig sozialen Wohnraum bietet. Durch die energetisch optimierte Bauweise und den Einsatz innovativer Gebäudetechnik konnten die zwei achtgeschossigen Gebäude als klimaneutrale KfW-40-Plus-Energieeffizienzhäuser realisiert werden. Klimaneutralität bedeutet, dass ein Gebäude nur so viel CO2 ausstößt, wie die Natur auch wieder abbauen kann. Diese Größe ist für Gebäude mit 7 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter und Jahr definiert. In der Sewanstraße wird mit einem Wert von -4 Kilogramm sogar eine negative CO2-Bilanz erreicht.

“Wir freuen uns, dass wir für die HOWOGE hier ein Vorzeigeprojekt nicht nur für Berlin umsetzen durften“, sagt Ragnar Ruhle, Geschäftsführer der Bau und Gebäudetechnik Berlin und fügt hinzu: „hier stand vor allem neben den ökologischen Zielen auch der soziale Anspruch im Mittelpunkt. Intelligente Gebäudetechnik und ein Umdenken im Bauwesen ist einer der wichtigsten Faktoren im Kampf gegen den Klimawandel.

Wir arbeiten schon lange mit der HOWOGE zusammen, und wir sind uns einig, dass wir mit dem ausgezeichneten Projekt den Startschuss für viele weitere Neubauten nach diesem Standard gesetzt haben.”

Innovative Energietechnik

Für die Energiebilanz der Gebäude sind neben der klimafreundlichen Bauweise die dezentralen Trinkwasserstationen, die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, die Flächenheizung sowie die hocheffiziente Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher ausschlaggebend.

Allein die dezentralen Wohnungsstationen für die Trinkwasser- und Wärmeversorgung sparen bis zu 30 Prozent Energie, weil sie mit niedrigen Systemtemperaturen arbeiten. Das Wasser wird auf nur 45 Grad erwärmt. Herkömmliche Systeme erhitzen das Wasser hingegen zentral auf 60 Grad und verteilen es dann im Haus. In Folge der langen Wege, die das Wasser zurücklegen muss, kommt es zu enormen Wärmeverlusten. Diese Verluste werden hier vermieden.

Neben der Trinkwasserstation verfügt jede Wohnung über eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Das Prinzip funktioniert, indem die verbrauchte, warme Luft nach außen geleitet und gleichzeitig kalte Luft angesaugt wird. So wird die Wärme der verbrauchten Abluft verwendet, um die frische und kalte Außenluft ganz ohne Heizung über einen Kreuzstromwärmetauscher auf angenehme Temperaturen zu bringen. Auf diesem Weg kann ein Wärmerückgewinnngsgrad von größer 80 Prozent erreicht werden.

Trotz der hohen energetischen Anforderungen, die das Quartier erfüllt, wurde hier ein für alle Bevölkerungsschichten bezahlbarer Wohnraum geschaffen. So werden 50 Prozent der 99 Wohnungen gefördert und zu Einstiegsmieten ab 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. Für die übrigen Einheiten liegt der Quadratmeterpreis im Schnitt unter 10 Euro.

Damit zahlt das Projekt nicht nur auf das Klima ein, sondern bietet ebenfalls nennenswerte Vorteile für eine sozialverträgliche Stadtentwicklung.