B&O Online-Schadenmeldung: www.kleinreparatur.de

Technischer Leitstand: Baukasten für die Zukunft

Technischer Leitstand: Baukasten für die Zukunft

Der demographische Wandel verschärft den Fachkräftemangel. Deshalb suchen immer mehr Unternehmen nach Wegen aus diesem Dilemma. Auch B&O hat sich hier frühzeitig Gedanken gemacht und ist mit dem Projekt „Technischer Leitstand“ auf eine sinnvolle und umfassende Lösung gekommen und nimmt damit als Mittelstandsunternehmen sogar eine Vorreiterrolle in der Branche ein. So wurde der Technische Leitstand als eine neue Institution im Unternehmen etabliert, die es B&O einerseits erleichtert, neue Technologien in die alltäglichen Arbeitsprozesse zu integrieren und es außerdem ermöglicht, ältere Mitarbeiter länger an das Unternehmen zu binden. Ein Gespräch mit Projektleiter Michael Straßer über das Konzept, die Umsetzung und die Vorteile einer aktiven Unternehmens-Wissensdatenbank.

Herr Straßer, die Wohnungswirtschaft boomt, alles baut und saniert. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern ist hoch wie nie. Zugleich hinterlassen die demographische Entwicklung und die sinkenden Azubi-Zahlen spürbare Lücken beim Fachkräfteangebot. Auch B&O merkt das. War das der Auslöser für den Technischen Leitstand?

Noch sind wir mit über 1.600 eigenen Handwerkern recht gut aufgestellt, aber natürlich merken auch wir die Entwicklung. B&O hat deswegen schon frühzeitig begonnen, den künftigen Bedarf und potentielle Engpässe abzuschätzen und Gegenstrategien zu entwerfen. So setzen wir schon seit langem stark auf unternehmensinterne Aus- und Weiterbildung, fördern die Gleichberechtigung von männlichen und weiblichen Mitarbeitern und versuchen auch mit Zuwanderern die Lücke zu verkleinern. Der Technische Leitstand ist ein weiterer, innovativer Baustein in dieser Strategie.

Sie sagen B&O hat mit dem Technischen Leitstand etwas Neues angestoßen. Aber sind Wissensdatenbanken und Servicehotlines nicht schon längst üblich?

Grundsätzlich stimmt das. Doch wir gehen bei unserer Entwicklung deutlich weiter als die klassischen Servicecenter. Wir unterstützen unsere Monteure aktiv bei Spezialproblemen und führen sie mit Experten genau zu den Wissensinhalten, die sie in dem jeweiligen Moment benötigen – schnell und unkompliziert. Gleichzeitig erleichtern wir neuen Mitarbeitern und Azubis die Einarbeitungsphase, indem wir ihnen die Sicherheit eines erfahrenen, gewerkeübergreifenden Mitarbeiterteams mittels neuer Technologien an die Seite stellen.

Welche Gewerke haben Sie bereits im Team?

Wir sind mit unserem Pilotprojekt am Standort München mit fünf erfahrenen Mitarbeitern gestartet. Sie sind zum großen Teil bereits seit vielen Jahren bei B&O tätig und kennen ihre Gewerke, das Unternehmen und die Prozessabläufe ganz genau. Geografisch sind sie über ganz Deutschland verteilt. Derzeit fokussieren wir uns auf die Gewerke Elektro, Heizung/Sanitär und Tischler.

Sie setzen dabei ganz bewusst auch auf ältere Mitarbeiter, warum?

Ihr Erfahrungsschatz ist kaum zu ersetzen. Sie können komplexe Probleme oft schneller und besser lösen als Jüngere. Uns ist beim technischen Leitstand nicht nur ein Wissensspektrum über alle Gewerke wichtig, sondern auch ein breiter Altersmix. Das Engagement der Jüngeren sowie die Effizienz und Erfahrung der Älteren sind in einer ausgewogenen Mischung genau das, was uns als Unternehmen voranbringt.

Wie kann ich mir den Ablauf vorstellen?

Das Prinzip ist ganz einfach. Das war uns sehr wichtig, denn nur so wird es auch von allen Mitarbeitern verstanden und angenommen. An unserem Test-Standort München können sich die Monteure seit Anfang Oktober 2018 per Handy oder Festnetztelefon in eine von B&O entwickelte Plattform einwählen. Zuerst müssen sie zur Einordnung des Problems eine automatisierte Abfrage zum Gewerk mit Hilfe des Tastenfeldes beantworten. Das intelligente System weist dem Mitarbeiter dann den entsprechenden Leitstand-Mitarbeiter zu. Gemeinsam erarbeiten die beiden dann am Telefon, per Chat oder auch unter Zuhilfenahme von Videos, einen passenden Lösungsweg. Sie können hier auch auf alle Onlineshops der Großhandelspartner sowie deren technischen Innendienstabteilungen zugreifen. Am wichtigsten sind jedoch die Fach- kompetenz und die langjährige praktische Erfahrung.

Kann der Einsatz von intelligenten Wissensdatenbanken bzgl. des Fachkräftemangels zur langfristigen Problemlösung dienen?

In vielen Fällen stimmt das. Zumindest ist es ein wichtiger Baustein, denn der Technische Leitstand schafft nicht nur mehr Flexibilität beim Einsatz von Fachkräften und Allroundern, sondern dadurch können auch ungelernte Mitarbeiter so geschult werden, dass sie einfache Handwerkstätigkeiten selbstständig gut ausführen können. Wichtig ist uns natürlich auch der Aspekt des standortübergreifenden, standardisierten Qualitätsmanagements. Das ist für uns als Unternehmen mit über 30 Standorten ein entscheidender Erfolgsfaktor, um sich im Wettbewerb positiv zu differenzieren.

Wie ich B&O kenne, ist das doch noch nicht alles, was der Leitstand zukünftig können wird oder?

Straßer lacht: Nein, natürlich nicht. Wir arbeiten schon kräftig an der nächsten Stufe. Hier soll dann die Digitalbrillen-Technik zum Einsatz kommen. Wir wollen sie innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Testphase bringen. Und auch das Thema Hilfe-zur-Selbsthilfe werden wir mieterseitig angehen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass durch den Technischen Leitstand auch Mieter in die Lage versetzt werden sollen, kleinere Reparaturen, wie das Reinigen eines Siphons am Waschbecken oder ein hängengebliebener Hebel bei der WC-Spülung, schnell selbst reparieren zu können. Mit guter Videoanleitung ist das auch ohne große handwerkliche Kenntnisse zu bewerkstelligen. Es zeigt auch, dass Strategien gegen den Fachkräftemangel zukünftig an mehreren Seiten ansetzen müssen.

Alle Informationen zum technischen Leitstand finden Sie in der Broschüre:

 

 

 

 

 

 

 


Zum Magazin