Helden des Alltags – On Tour mit einem B&O Monteur

Helden des Alltags – On Tour mit einem B&O Monteur

Wenn Thomas R. in München unterwegs ist, dann verändert er den Alltag vieler Menschen – er bringt Wärme in ihr Leben.

Als Anlagenmechaniker bei B&O sorgt er mit rund 1.600 Kollegen dafür, dass es in über 600.000 Wohnungen in Deutschland im Winter schön warm ist, im Bad kein Wasserhahn tropft und immer warmes Wasser zur Verfügung steht. B&O ist im Bereich der Instandhaltung Marktführer. Doch wie sieht der Alltag eines Monteurs eigentlich aus? Die Wirtschaftsjournalistin Beatrix Boutonnet begleitete einen Tag lang einen Handwerker bei B&O auf seiner Tour und lernte viel über Arbeitsleistung, Professionalität und Menschlichkeit.

Bei B&O in der Landsberger Straße herrscht um sieben Uhr morgens schon Hochbetrieb. Die Monteure holen Material, laden ein, besprechen die Tour. Nebenbei nehmen sie sich die Zeit, mir einige Fragen zu beantworten. „Mein“ Monteur Thomas ist startklar. Mit seiner Disponentin in der Niederlassung hat er die nötigen Materialbestellungen für die nächsten Tage geklärt. Eine kurze Einweisung für mich, dann geht’s los. Der Verkehr ist zähflüssig. Unser erster Termin ist im Münchner Norden. Zuerst noch ein schneller Stopp beim Großhandel und Thomas erklärt: „Das Material wird, wenn möglich, immer an die Stelle bestellt, wo es für den Monteur günstig zum Abzuholen ist, um einen optimalen Reparatur-Ablauf zu gewährleisten.“

Eine defekte Gasheizung

Erster Einsatz: Während wir zu Fuß in den vierten Stock gehen, erzählt mir der Monteur, dass er seit drei Jahren bei B&O arbeitet. Sein Job mache ihm viel Spaß, die Kollegen seien hilfsbereit, die Arbeit abwechslungsreich und man merkt, dass er auch seine Mieter mag. Als wir klingeln, strahlen uns diese schon an. Der Mann ist 94 Jahre alt und etwas schwerhörig, seine Frau wird bald 90. Während Thomas den Wärmetauscher wechselt, erzählt mir die Mieterin ihr Leben, zeigt mir die Fotos der Enkel und Urenkel. Ihr Mann schaut Thomas interessiert über die Schulter. Thomas ist fertig und alles funktioniert wieder. Er erklärt genau, wo gedreht werden muss. „Geh, sagen Sie es doch meinem Mann“, bittet ihn die Mieterin. Kein Problem für Thomas. Das Ganze noch einmal von vorne – nur deutlich lauter. Wir werden herzlich verabschiedet.

Es hat „tick, tick, tick“ und dann „boom“ gemacht

Nächster Termin. Bei der Mieterin macht die Gastherme seltsame Geräusche. Die Wohnung ist frisch renoviert. Da heißt es vorsichtig sein mit unseren Schuhen und dem Werkzeug. Zudem tropft es aus dem Spülkasten, das weiß Thomas bereits aus dem Auftrag, der auf seinem Tablet erscheint. Da ist aber noch etwas: In der Küche seien plötzlich dunkle Flecken, fügt die Mieterin hinzu. Ob sie das gemeldet habe? Nein, das hätte sie vergessen. Thomas erklärt ihr, dass er nur für den eingegangenen Auftrag gebucht wurde mit der dafür nötigen Zeit. Er beruhigt sie aber, er habe im Auto ein Feuchtigkeitsmessgerät und prüfe, sobald er fertig sei, gerne, ob eventuell ein Rohr in der darüber liegenden Wohnung undicht sei. Die Mieterin atmet erleichtert auf. Während der Monteur schraubt und testet, erzählt sie uns, sie sei gerade erst von Stuttgart nach München gezogen und fühle sich noch etwas fremd. Ich gebe ihr Tipps zu München, Thomas zum richtigen Entkalken. Entwarnung in der Küche: Das Feuchtigkeitsmessgerät zeigt einen normalen Wert. Hier ist wohl dem Mieter ein Stockwerk höher der Putzeimer umgefallen. Er muss es aber gleich bemerkt haben, denn die Decke ist nicht mehr feucht. Wir sind fertig. Der Monteur verspricht, dass in Kürze ein Maler vorbeikommt und die Flecken überstreicht, gibt alles in sein Tablet ein und lässt die Mieterin digital unterschrieben.

Von komplexen Problemen und einfachen Lösungen

Weiter geht’s zum nächsten Termin. Mein Magen knurrt. Diesmal ist eine Heizung kalt. Das Ausdehnungsgefäß scheint defekt zu sein. Es musste bestellt werden. Thomas macht sich gleich ans Werk. Die Mieter bieten uns Kaffee an.

Während Thomas alles prüft und nebenbei das richtige Heizverhalten erklärt – eingestellt war die Zimmertemperatur im Wohnzimmer auf 30 Grad, ideal sind 22 Grad am Tag und 18 Grad nachts – unterhält sich die Mieterin mit mir. Sie ist froh, mit jemandem reden zu können. Während sie noch über ihr früheres Leben erzählt, ist Thomas fertig.

Als nächstes gilt es an einem Gebäudekomplex Aushänge für eine größere Reparatur anzubringen, denn hier muss die Heizung für einige Stunden abgestellt werden. Das Thema Heizung ist komplex, vor allem bei alten Gebäuden. Unser Monteur mag kniffelige Aufgaben. Aber die Ausführung dieses Projekts steht erst für Montag auf dem Plan. Nun knurrt auch Thomas‘ Magen. Unser Glück: ein REWE in Sichtnähe. Danach noch schnell zu einem Fachgroßhandel für Haustechnik, dort wartet schon eine Pumpe auf uns und für mich eine Toilette. Auf Montagetour ist das durchaus ein Thema.

Meisterschaft ist mein Werkzeug

Bei unserem letzten Termin hat der Mieter seit längerer Zeit keine funktionierende Heizung mehr – sie funktioniert, dann fällt sie wieder aus unerklärlichen Gründen aus. Ich bereite mich innerlich auf einen verärgerten Mieter vor. Doch wir werden begrüßt wie alte Freunde. Gestern hätte alles noch wunderbar funktioniert. Er habe sich schon gefreut, doch dann hätte die Heizung wieder seltsame Geräusche gemacht und das Kombigerät im Bad auch. Das Gebäude und die Technik seien ja schon alt. Thomas‘ Ehrgeiz ist geweckt. Er will den Fehler finden, er schraubt, horcht, prüft und erklärt uns zwischendrin, was er da macht. Mir schwirrt der Kopf – Vorlauf, Rücklauf, zwei Kreisläufe, Düsenstock, Ionisationselektrode, Primärwärmetauscher. Auf einmal kommt mir mein eigener Job gar nicht mehr so kompliziert vor. Als Thomas die neue Pumpe eingebaut hat und endlich alles läuft, ist es 17 Uhr. Ein letzter Check: Warmwasser läuft, Heizung auch. Thomas bittet den Mieter, ihn später noch anzurufen, ob auch wirklich alles passt.

Und? Was hast du heute gemacht?

Inzwischen schneit es und es ist wieder dunkel. Thomas niest. „Mit Ingwertee und Hühnersuppe wird’s besser“, sage ich ihm, aber das weiß er schon. Er ist Hobbykoch. Für mich und die Mieter, bei denen wir heute waren, ist er aber vor allem eins – ihr persönlicher Held des Alltags.

Um 19.30 Uhr bin ich zurück zu Hause, falle aufs Sofa und freue mich über meine funktionierende Heizung, das warme Wasser und den intakten Herd. Zufrieden und müde denke ich mir, die Helden des Alltags bei B&O schrauben mit ihrer täglichen Arbeit nicht nur Probleme der Mieter weg, sondern auch ein bisschen Glück für sie fest. Darauf können sie sehr stolz sein.


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