Holz-Hybrid wird zur angesagten Bauweise

Holz-Hybrid wird zur angesagten Bauweise

Holz ist das älteste Baumaterial der Menschheit – und kehrt jetzt in die Bauindustrie zurück. Langsam, aber sicher macht es wegen der höheren Nachhaltigkeit dem Beton den ersten Rang streitig. Und das, obwohl Beton viele positive Eigenschaften hat. Die B&O Gruppe hat daher eine spannende Alternative entwickelt: Das Holz-Hybrid-Systemhaus. Denn in Kombination sind beide Materialien unschlagbar. Bringt man noch die Standardisierung mit ins Spiel, steht kurzen Bauzeiten bei überschaubaren Kosten nichts mehr im Weg. In Berlin zeigt B&O derzeit an mehreren Projekten, was mit Holz-Hybrid-Systemhäusern möglich ist. Die Palette reicht dabei von klassischen Neubauten bis hin zu Nachverdichtung und Dachaufstockung von bestehenden Gebäuden.

Holz und Beton: in Kombination unschlagbar

Holz als natürlicher, nachwachsender Baustoff erfüllt die ganzheitlichen Anforderungen an umweltverträgliches Bauen optimal. B&O weiß aber auch um die Vorteile des klassischen Stahlbetons und will darauf nicht verzichten, sondern kombinierte die Stärken beider Werkstoffe. Und so sind bei den B&O Holz-Hybrid-Gebäuden die tragenden Wände aus Holz und die Decken aus Beton, um ausreichenden Schall-, Brand- und Witterungsschutz zu erreichen. Die HolzHybrid-Bauweise ist aber auch eine sehr nachhaltige Methode, da die Verwendung von Stahlbeton minimiert wird. Stattdessen rückt das Holz mehr in den Fokus. Der nachwachsende Rohstoff dafür kommt aus deutschen Wäldern. Das ist unter Nachhaltigkeitsaspekten von großem Vorteil, denn kurze Transportwege bedeuten weniger Emissionen. „Wir kombinieren die Holz-Fassaden mit einer Dämmung aus Zellulosefasern, die sehr häufig aus Altpapier hergestellt wird“, unterstreicht Ragnar Ruhle, Geschäftsführer Projektgeschäft der B&O Gebäudetechnik Berlin. „Da wir inzwischen schon oft Holz-Hybrid-Bauten gemacht haben, nehmen mit zunehmender Erfahrung die Bau-, Produktions- und Montagezeiten ab“, ergänzt Peter Münn, geschäftsführender Gesellschafter.

Zudem ist ein hoher Vorfertigungsgrad möglich. Tragende Wände und Fassaden können inklusive der Fenster präzise und wetterunabhängig im Werk vorgefertigt werden. Das bedeutet: deutlich verkürzte Bauzeit – in den angespannten Verkehrslagen der Innenstädte ein enormer Vorteil. Auch das geringere Eigengewicht macht Holz interessant, denn es erleichtert im wahrsten Sinne des Wortes viele Nachverdichtungen, da es die vorhandene Statik weniger belastet als viele andere Materialien.

Neue Produktfamilie aus standardisierten Holz-Hybrid-Häusern geplant

Für B&O ist es aber auch wichtig, dass nicht nur die Bauweise, sondern das ganze Gebäudekonzept zu verschiedenen Prototypen für Neubau und Nachverdichtung in Städten entwickelt wird. Ziel ist es, dass das Produkt-Portfolio bald eine Familie von kosteneffizienten Systemhäusern aufweisen wird, aus denen der Kunde auswählen kann. Münns Ansicht nach ist es entscheidend, die Systeme so weit wie möglich zu vereinfachen, dem Kunden aber dennoch die Wahl aus einer begrenzten Anzahl an Häusertypen zu lassen. So sei der Holz-Hybrid-Bau dann sehr konkurrenzfähig gegenüber dem Massivbau – vor allem, wenn auch die Lebenszykluskosten mitberücksichtigt würden. „Ich bin überzeugt, dass sich das Prinzip in unserer Branche durchsetzen wird, da es in Summe nachhaltiger ist als vieles andere“, ist sich Münn daher sicher.

Und es gibt noch eine Neuerung

Neben der innovativen Bauweise geht B&O nun auch den Schritt in modulare Fertigbäder in Leichtbauweise. Diese werden im eigenen Werk Prelog/Kroatien gefertigt. Die Fertigbäder sind ausgestattet mit Waschtisch, Spiegel, WC sowie einer Dusche. „Sie werden als kompakte Einheit just in time auf die Baustelle geliefert, das minimiert Zeit und Kosten“, so Achim Mantel, Leiter Forschung und Entwicklung serielles Bauen bei B&O. Die im Werk parallel zum Rohbau produzierten Fertigbäder würden nur über eine oder mehrere seitliche Schnittstellen an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen werden, so Branko.

 

Prinz-Eugen-Park, München

 

DAS STADTQUARTIER

– Ehemalige Kaserne
– 1.800 Geschosswohnungen
– 4.500 Bewohner

Es ist die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands (570 Wohnungen)

Ziel der Stadt München war die Etablierung eines modernen Holzbau-Quartiers und das Setzen von Maßstäben in puncto Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung

 

 

 

 

DAS BAUVORHABEN

– 181 barrierefreie Wohnungen
(davon 4 rollstuhlgerecht)
– 1-5 Zimmer-Wohnungen
– 1 Haus für Kinder (Nutzfläche: 890 m²)
– 1 Bewohnertreff
– Wohnfläche: 11.182 m²
– Kfz-Stellplätze in TG: 139 Stück
(davon 16 Elektroladeplätze)

– Förderung für bezahlbaren Wohnraum (EOF, MMM, KMB)

Bauherr GEWOFAG, München
Entwurf Silberburg, Stuttgart

– Planung & Bauausführung: ca. 31 Mio. € netto
(ohne Ausführung Außenanlage)

 

AUSFÜHRUNGSZEITRAUM

– Planungsbeginn: Dezember 2016
– Baubeginn: Sommer 2017
– Fertigstellung Wohngebäude: Dezember 2019
– Fertigstellung Haus für Kinder: Frühjahr 2020

DIE KONSTRUKTIONSART

– Holz-Hybrid-Bauweise
– Keller, Treppenhäuser, Decken Stützen in Stahlbeton
– Fertigbadzellen
– Außenwände in Holzrahmenbauweise
– Innenausbau in Trockenbauweise

 

 

 

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